Kein Eberl-Effekt bei 0:0: «Langer Weg zur Einstelligkeit»

Frankfurt/Main – Der große Eberl-Effekt blieb aus. Die Nachricht von der Vertragsverlängerung mit Sportdirektor Max Eberl gab der ins Stocken geratenen Bundesliga-Aufholjagd von Borussia Mönchengladbach beim 0:0 bei Eintracht Frankfurt keine Schubkraft.

«Wir haben einen Punkt, der definitiv glücklich war», sagte Eberl nach dem fünften Pflichtspiel ohne Sieg und der Lage im Niemandsland zwischen Europacup-Traum und Abstiegs-Alptraum. «Die Leistung spricht eher für einen noch langen Weg, die Einstelligkeit in der Tabelle zu erreichen.»

Vier Punkte sind die Gladbacher von einem erhofften Platz in der Europa League entfernt, aber eben auch nur vier vom Relegationsrang 16 entfernt. «Vor dem Spiel hatten wir fünf Punkte nach oben und fünf nach unten», meinte Borussia-Chefcoach Dieter Hecking nicht ohne Ironie. «Die Chance nach oben zu kommen, ist größer, die Situation nach unten zu fallen, gefährlicher geworden.»

Unumwunden gab er zu, dass seine Elf die «deutlich schlechtere Mannschaft» gewesen sei und er selbst bei der Aufstellung Fehler gemacht habe. «Vielleicht muss ich das Spiel auf meine Kappe nehmen, weil ich vier, fünf Spieler gebracht habe, die nicht so im Rhythmus waren», gestand Hecking nach einem «lethargischen Auftritt.»

Nach der gefühlten Niederlage gab es aber zwei Gewinner beim Club vom Niederrhein. Manager Eberl, der die Spekulationen um einen Wechsel zu Bayern München beendete und seinen Kontrakt mit der Borussia bis 2022 verlängerte. «Das ist vorbei, es ist eingetütet. Jetzt können wir uns wirklich wieder auf Fußball konzentrieren», meinte Eberl.

Der 43-Jährige ist seit mehr als 18 Jahren bei seinem «großartigen Club» und geriet auch in dieser «sehr aufregende Saison mit einigen Höhen und Tiefen» nicht ins Schwanken. Und überhaupt: Ein «konkretes Angebot» des FC Bayern habe es gar nicht gegeben. Wirklich? Nun macht er weiter bei dem Club, wo er als Jugend-Fußballer begann, um «mit Borussia gerne mal etwas Blechernes in der Hand halten» zu können.

«Die Mannschaft hat es sehr positiv aufgenommen. Für den Verein ist das fundamental», sagte Kapitän Lars Stindl zur Eberl-Entscheidung. «Er steht für den Aufschwung der Borussia. Wir arbeiten seit vier Monaten zusammen. Es ist, als wären es fünf Jahre», meinte Hecking.

Allerdings gibt es schon in der kommenden Woche viel zu tun für Eberl und Co. Die Spiele gegen die Tabellenfünften und -dritten Hertha BSC (Mittwoch) und 1899 Hoffenheim (Samstag) werden Wegweiser sein, ob es weiter nach oben oder unten geht. «Wir lassen uns nicht trügen und wissen, dass es noch kompliziert werden kann», sagte Eberl.

Als «Retter in der Not» erwies sich zumindest in Frankfurt Torwart Yann Sommer, der in der 78. Minute einen von Oscar Wendt verursachten und von Marco Fábian geschossenen Elfmeter hielt. Es war der erste von 15 Strafstößen, den der Schweizer Nationalkeeper in der Bundesliga parieren konnte. «Natürlich wurmt es einen. Irgendwann musste es ja mal kommen», sagte Sommer erleichtert. «Wir hätten lieber besser gespielt, sind aber happy mit dem Punkt.»

Fotocredits: Arne Dedert
(dpa)

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