Lebenscheck – Die neueste Abzocke im Internet

Wie lange habe ich noch zu leben? Einige Internetseiten versprechen ihren Kunden, anhand weniger Kriterien die Restlebenszeit auszurechnen. Alles hochseriös, versteht sich.

„Das Leben“, wusste schon Oscar Wilde, „ist zu kurz, um es ernstzunehmen.“
Da ist was dran: Warum sollte ich mir von einer dubiosen Seite im Internet, auf der mich vollbusige Modells in zu klein geratenenArztkitteln angrinsen, vorrechnen lassen, wie lange ich noch zu leben habe – wenn ich stattdessen in den neuesten Ben-Stiller-Film gehen kann? Eben.

Ändert aber nix an der Tatsache, dass es Menschen gibt, die sich ihre Lebenserwartung trotzdem berechnen lassen. Was, natürlich, nicht umsonst ist. Immerhin erhält man eine „Urkunde“ und die persönliche „Auswertung“. Als hätte man, indem man sich anhand weniger Kriterien einen wahrscheinlichen (?!) Todestag berechnen lässt, etwas Besonderes geleistet.

Wäre ja, zugegebenermaßen, nützlich: Man könnte sich sechs Wochen vorher die Lebensversicherung auszahlen lassen und ordentlich einen draufmachen. Ärgerlich nur, wenn’s dann mit dem Sterben nicht klappt wie vorgesehen. Die Seite verrät freilich nicht ihre Erfolgsquote – abermals Oscar Wilde: „Als ich kein war, glaubte ich, Geld sei das Wichtigste im Leben.

Heute, da ich alt bin, weiß ich: Es stimmt.“ Diesen Schluss werden die Macher der Lebenscheck-Seite auch gezogen haben.

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