Leipzig macht weiter Druck: Turbulentes 3:2 bei Hannover 96

Hannover – Vizemeister RB Leipzig hat dank eines am Ende glücklichen Sieges die erneute Champions-League-Qualifikation fest im Blick. Mit 3:2 (1:0) gewann das Team von Trainer Hasenhüttl bei Hannover 96 die zweite Bundesligapartie am Stück und blieb zudem im sechsten Spiel in Serie unbesiegt.

Emil Forsberg (16. Minute), Willi Orban (54.) und Yussuf Poulsen (76.) schossen die lange deutlich überlegenden Gäste verdient zum fünften Auswärtssieg in dieser Saison. Kopfballtore von Salif Sané (71.) und Niclas Füllkrug (78.) waren zu wenig für erst am Ende stürmende Gastgeber.

Mit nun 46 Punkten sprang das Red-Bull-Team auf Tabellenplatz vier. Aufsteiger Hannover indes bangt bei sechs noch ausstehenden Spielen, nicht doch noch einmal in Gefahr zu geraten. Die Mannschaft von Coach André Breitenreiter verlor am Samstag zum fünften Mal in Serie und ist mit 32 Zählern Tabellen-13. Der Vorsprung auf den Relegationsrang könnte sich am Ostersonntag weiter verringern. Zudem verletzte sich U21-Abwehrspieler Waldemar Anton beim ersten Gegentor durch Forsberg und musste bereits nach knapp 20 Minuten ausgewechselt werden.

Selbstbewusst nach dem 2:1 zuletzt gegen Rekordmeister Bayern München machte Leipzig auch in Hannover wieder mächtig Dampf. Von Beginn an waren die Gäste überlegen und gingen auch früh verdient in Führung. Forsbergs Treffer ging ein feiner Pass von Jean-Kévin Augustin voraus. Dies und die Verletzung von Anton zeigten Wirkung. Hannover spielte fortan lange harmlos. Die Gäste verpassten es indes vor der Pause, ihre Überlegenheit in weiteren Treffern auszudrücken.

Der Großteil der 96-Fans machte sich erst zum Halbzeitpfiff mit Pfiffen bemerkbar. Ansonsten war es im Stadion mal wieder recht still, laut wurde es erst in der turbulenten Endphase, als sogar ein Sieg der Niedersachsen noch möglich war. Viele Hannover-Fans machten mit dem Stimmungsboykott aus Protest gegen die Clubführung um Präsident Martin Kind weiter.

Fast flehentlich wandte sich der Stadionsprecher vor dem Wiederanpfiff noch einmal an die Fans und rief: «Noch können wir das Spiel drehen. Zeigt, dass ihr laut sein könnt.» Die Antwort war Stille. Stattdessen sangen lediglich die mitgereisten Leipziger Fans. Umso mehr, nachdem Orban per Kopf endlich zum überfälligen 2:0 erhöhte. Dank eines Offensivwechsels zur Pause – Angreifer Ihlas Bebou war für Abwehrmann Julian Korb gekommen – spielte allerdings auch Hannover in der Folge nach vorne.

Nach Salif Sanés Anschluss nach einer Ecke entwickelte sich eine turbulente Endphase. Zunächst antwortete Leipzig prompt und erhöhte durch den eingewechselten Poulsen. Erneut schlug 96 aber zurück und weckte das lange stille Hannoveraner Publikum. Der eingewechselte Füllkrug köpfte zwölf Minuten vor dem Ende zunächst den erneuten Abschluss und erzielte drei Minuten später gar den vermeintlichen Ausgleich. Nach einem Videobeweis entschied Schiedsrichter Guido Winkmann jedoch auf Abseits. Kurz vor dem Spielende traf Marvin Bakalorz nur den Pfosten. Es blieb beim knappen Sieg der Gäste.

Fotocredits: Peter Steffen
(dpa)

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