Nullnummer zwischen Polen und Deutschland

Gestern Abend gab es im zweiten Gruppenspiel der EM 2016 in Frankreich das erste 0:0. Und das ausgerechnet zwischen Deutschland und Polen. Einer Partie, die aufgrund ihres historischen Wertes so viel versprach – beide Teams trafen zum 21. Mal aufeinander. Das Ergebnis war am Ende leistungsgerecht, auch wenn Polen in der zweiten Hälfte mehr Chancen aufs Tor hatte.
EM Jerome Boateng


Entgegen dem Spiel gegen die Ukraine stellte Bundestrainer Joachim Löw seine Elf nur auf einer Position um: Der genesene Mats Hummels kehrte für Shkodran Mustafi an die Seite von Jerome Boateng in die Innenverteidigung zurück. Trotz schwacher Leistungen von Mario Götze und Julian Draxler im Spiel gegen die Ukraine durften beide noch einmal von Beginn an ran, wurden später aber durch Mario Gomez und André Schürrle ersetzt.

In der Anfangsphase konnte die deutsche Nationalmannschaft überzeugen. Polens mannorientiertes Pressing bereitete in der Vergangenheit vielen Gegnern Probleme. Dem hingegen konnte die DFB-Elf über weite Strecken dagegen halten. Besonders die Defensive agierte mutig und stand deutlich sicherer als noch in der Vergangenheit. Herausstechen konnte wie schon im Spiel gegen die Ukraine Jerome Boateng, der nach dem Spiel auch von Bundestrainer Löw gelobt wurde.

Nach hinten raus wurde die Löw-Elf jedoch schwächer. Sie kam in der zweiten Hälfte nur mäßig ins Spiel. Torchancen wollten ihnen kaum noch gelingen. Daran änderten die Einwechselungen von Schürrle und Gomez für Draxler und Götze auch nichts mehr. Das Spiel wurde durch sie zwar etwas variabler, Chancen gab es in der zweiten Hälfte jedoch kaum. Auch Thomas Müller enttäuschte.

Anders begann Polen die zweite Hälfte. In den zweiten 45 Minuten standen die Polen tiefer. Auch das Spitzen-Duo aus Robert Lewandowski und Arkadiusz Milik kam besser ins Spiel. Die Abstimmungen zwischen beiden Offensivmännern wurden besser. Dadurch hatte die Mannschaft von Trainer Adam Nawalka mehr Ballgewinne, konnte mehr kontern und hatte auch generell wieder mehr vom Spiel. Diese Konter drängten die Löw-Elf immer weiter in die eigene Hälfte zurück. Polen wirkte beweglicher als die DFB-Elf und Robert Lewandowski konnte den Ball einige Male gut festmachen und kam zu Abschlüssen, die jedoch ohne Erfolg blieben.

Fazit

Polen spielte nicht unerwartet, dennoch fand die Mannschaft von Bundestrainer Jogi Löw keinen perfekten Plan. Obwohl Milik und Lewandowski von der Spielanlage eigentlich zu ähnlich sind, scheinen sie sich in dieser EM gut zu ergänzen. Trotz Deutschlands gutem Start ins Spiel, bekam die Elf um Kapitän Manuel Neuer später einige Probleme gegen die Polen. Das Mittelfeld wirkte über lange Strecken nicht abgestimmt. Das verschlechterte sich in der zweiten Halbzeit weiter. Die beiden Wechsel (Schürrle für Götze Gomez für Draxler) sorgten zwar für mehr Variabilität aber nicht für mehr Torgefahr. Die deutsche Nationalmannschaft ließ vor allem in der zweiten Hälfte einige Abschlüsse zu, und konnte selber kaum eine Gefahr vor dem polnischen Tor ausstrahlen. Für das nächste Spiel gegen Nordirland muss sich die DFB-Elf vor allem offensiv verbessern. Außerdem müssen die Abstimmungen zwischen den Reihen verbessert werden.

Gegen Nordirland könnte es noch reichen. Mit so einem Auftreten gegen beispielsweise Italien, auf die Deutschland im Viertelfinale treffen könnte, würde diese Leistung jedoch nicht genügen.

Foto: Starpress, 02275109, Patrick Becher

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