Reaktionen auf die Verurteilung von Uli Hoeneß

Artikelgebend sind Reaktionen auf die Verurtailung von Uli Hoeneß. „Hier in Deutschland sind vor dem Gesetz wirklich alle gleich. Da reicht es nicht mehr aus, der Präsident der stärksten Elf zu sein.“ war in der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ zu lesen. Uli Hoeneß ist ein ganz gewöhnlicher Krimineller. In wenigen Wochen wird er aller Voraussicht nach seine dreieinhalbjährige Haftstrafe antreten.


Als Steuersünder ins Gefängnis

Entgegen der ursprünglichen Ankündigung, in Revision zu gehen, hat Ulrich Hoeneß seine Verurteilung durch das Landesgericht München II nun doch akzeptiert. Dies entspräche seinem Verständnis von persönlicher Verantwortung, Haltung und Anstand. Mit Steuerhinterziehung habe er den Fehler seines Lebens begangen und den Konsequenzen wolle er sich stellen. Darüber hinaus legte er seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München nieder – doch der Verein bliebe für immer sein Lebenswerk und er diesem auf andere Weise verbunden, so Hoeneß. Seine Haftstrafe wird er in der Justizvollzugsanstalt Landsberg absitzen, sobald das Urteil rechtskräftig ist. Zudem schuldet er der Staatskasse rund 50 Millionen Euro. Angesichts der Höhe der hinterzogenen Steuern gilt das Urteil in Fachkreisen als gerecht – es handelt sich inzwischen um kein Kavaliersdelikt mehr.

Reaktionen zur Verurteilung

Reinhard Rauball und Wolfgang Niersbach, die Präsidenten der Bundesliga – weitere  Informationen über die Spiele der Bundesliga erfahren Sie hier – beziehungsweise des DFB, meinen, dass die Verdienste Hoeneß‘ um den deutschen Fußball trotz des von ihm selbst eingestandenen Fehlverhaltens unberührt blieben. Bundesweit herrscht der Tenor, es sei eine angemessene Strafe und sehr respektabel, dass Hoeneß auf die Revision verzichte und damit das Strafmaß anerkenne – dies bekundete selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich jedoch zum Entscheid des Gerichts selbst nicht äußern wollte. Viele Fans des FC Bayern München finden es bedauernswert, dass der Verein den Mann verliert, der einen wesentlichen Anteil an den jüngsten Erfolgen des Rekordmeisters hat. Trainer Pep Guardiola würdigte Hoeneß in einer Pressekonferenz als seinen Freund und eine einzigartige Persönlichkeit. Es sei nun Aufgabe des Klubs, den Weg weiterzugehen, den Hoeneß vor vielen Jahren einschlug.

Gestärkte Steuermoral der Bürger?

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Michael Meister, glaubt, dass die Verurteilung von Hoeneß die Steuermoral der Bürger stärken werde. Zudem appelliert er an jeden, der ein Steuerhinterziehungsproblem hat, rechtzeitig eine vollständige Selbstanzeige vorzulegen, um die Chancen auf Straffreiheit zu erhöhen.

Foto: Thinkstock, 117729328, Getty Images, Sascha Baumann

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