Selbsthilfe bei hohen Strompreisen

Selbsthilfe bei hohen Strompreisen Ende vergangenen Jahres bekamen viele Haushalte Post von ihrem Stromanbieter. Obwohl der Strom selbst so billig ist wie lange nicht mehr, wird die Stromrechnung 2016 höher ausfallen als im Vorjahr. Woran liegt das?

Die steigenden Gebühren der Netzbetreiber sind der Hauptpreistreiber

 

Unser Strom muss nicht nur erzeugt, sondern auch bis in die einzelnen Haushalte transportiert werden. Dies geschieht über das Stromnetz. Die Erzeuger von Strom sind aber nicht automatisch auch der Eigentümer des jeweiligen Stromnetzes. Das Stromnetz wird den Stromerzeugern von Netzbetreibern gegen Gebühren zur Verfügung gestellt. Die Kosten für Instandhaltung, Bau und Betrieb ihrer Netze stellen sie den Stromanbietern in Form der Netzentgelte natürlich in Rechnung. Die Stromanbieter wiederum rechnen die Kosten auf den Preis für die einzelne Kilowattstunde um und geben sie an die Endkunden weiter. Die meisten Netzbetreiber erhöhten im vergangenen Herbst die Netz-Gebühren für das Jahr 2016.

Beispielhafte Werte von Netzanbietern (Angaben für Haushalte mit 3.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch):

  • Die Netze BW GmbH erhöhte um 14,68 Prozent, Preissteigerung absolut: 37,64 Euro,
  • Energienetz Mitte GmbH erhöhte um 11,32 Prozent, Preissteigerung absolut: 28,91 Euro,
  • Schleswig-Holstein Netz erhöhte um 9,99 Prozent, Preissteigerung absolut: 32,48 Euro.

In der direkten Folge steigt auch die jährliche Stromrechnung für den Verbraucher. In den höheren monatlichen Vorauszahlungen an die Stromanbieter macht sich das für die Betroffenen bereits seit Monaten unangenehm bemerkbar.

Durch Anbieterwechsel kann man die Kosten trotzdem reduzieren

 

Seit Mitte der Neunzigerjahre wird durch EU-Gesetze der europäische Strommarkt mehr und mehr liberalisiert. Und so ist schon seit Jahren ein problemloser Wechsel des Stromanbieters für den Privatverbraucher möglich. Sehr viele haben es auch schon erfolgreich getan. Das Einsparpotenzial ist nämlich teilweise beträchtlich und kann sich in Regionen von mehreren Hundert Euro jährlich bewegen. Um sich im Vorfeld umfassend über die diversen Anbieter und deren Preise zu informieren ist das Internet ideal. Man sollte ein unabhängiges Portal wie Verivox.de besuchen und sich einen genauen Marktüberblick verschaffen. Mit wenigen Mausklicks lassen sich der individuelle Strombedarf und weitere Parameter wie Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist einstellen. Anschließend wird eine passende Trefferliste angezeigt. Sämtliche Formalitäten zum Wechsel übernimmt später der neue Stromanbieter. Der Anbieterwechsel erfordert keinerlei Eingriff in die Hauselektrik. Alles bleibt, wie es ist – auch der Stromzähler. Bei der Auswahl eines neuen Anbieters sollt man auf monatliche Kündigungsfrist achten. So lässt sich auf spätere Preisänderungen schneller reagieren. Meiden sollte man auch Anbieter, die ihren Strom nur per Vorkasse verkaufen.

Bild: Fotolia, 46397009, grafikplusfoto

 

 

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