Speiseplan der Zukunft: So ernähren Sie sich klimafreundlich

Speiseplan der Zukunft: So ernähren Sie sich klimafreundlich

Statistisch gesehen isst jeder Deutsche pro Tag knapp 170 Gramm Fleisch. Um den Konsumwünschen der Kunden gerecht zu werden, wird Schweine- und Rindermast in industriellem Maßstab betrieben – und das bleibt nicht ohne Folgen. Wie Sie sich künftig klimafreundlicher ernähren können, lesen Sie hier!

Die Folgen unserer Essgewohnheiten

Welche Folgen hat unsere Ernährung für den Planeten und für unsere Gesundheit? Diese beiden Fragen ging der schwedische Klimaforscher Johan Rockström, einer der beiden Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, im Rahmen einer Studie nach. Dabei kam er zu dem Schluss, dass eine gesunde und bewusste Ernährung die Hälfte der negativen Auswirkungen der Nahrungsmittelproduktion auf den Klimawandel abwenden kann.

Die Studie zeigt auch, dass die Produktion von Nahrungsmitteln

  • 40 Prozent der weltweiten Landfläche benötigt,
  • 70 Prozent des weltweit genutzten Süßwassers verbraucht und
  • 30 Prozent der weltweiten Treibhausgase produziert.

Die extensive Produktion von Lebensmitteln führt dazu, dass die Böden zunehmend ausgelaugt werden und immer mehr Dünger benötigen wird. Um Platz für Ackerflächen zu schaffen, auf denen anschließend Rinderherden weiden können, werden zudem immer größere Flächen des Regenwaldes gerodet. Die Abholzung des Regenwaldes sowie ein vorhergesagter Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius könnten sich letztlich auch auf das Wachstum der Kakaopflanze auswirken. Ob wir künftig auf Schokolade verzichten müssen, erfahren Sie auf https://www.itsintv.de

Forscher fordern drastische Veränderungen

Während die Lebensmittelindustrie Konsumenten rät, sich so zu ernähren, wie sie es möchten, schlagen Experten längst Alarm. Johann Rockström hält es für dringend erforderlich, das Ernährungsthema in alle Klimaschutzmaßnahmen mit einzubeziehen. Es reicht eben nicht, nur das Energiesystem CO2-frei zu machen. Ein nachhaltiges Nahrungsmittel-System sei genauso wichtig, mahnt Rockström.

Mehr pflanzliche Produkte

„Der Klimawandel liegt auf dem Teller – den größten Einfluss hat schlicht, ob wir eher Fleisch oder eher Gemüse essen“, ist sich auch Isabelle Weindl, ebenfalls Mitarbeiterin im Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, sicher. Fleisch und Tierprodukte verursachen noch immer die meisten Treibhausgasemissionen. Statt täglich Fleisch zu essen sollte daher häufiger auf Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte und Obst gesetzt werden. Das sehen die Wissenschaftler von Öko-Institut e. V. genauso und fordern daher einen Steuerrabatt für Gemüse. „Wie wäre es, wenn du den Mehrwertsteuersatz für tierische Produkte auf 19 Prozent erhöhst und gleichzeitig eine Vergünstigung pflanzlicher Lebensmittel ermöglichst?“, führen die Forscher in einem Papier des Instituts auf.

Auch so können die Folgen des Klimawandels eingegrenzt werden:

  • Regional und saisonal statt global
  • Bio statt konventionell
  • Lebensabfälle vermeiden
  • Frisch statt tiefgekühlt und hoch verarbeitet

Die Verantwortung lässt sich aber nicht allein auf den Verbraucher übertragen. Die Politik muss Leitlinien prägen, nach denen sich die Bevölkerung richten kann. Nur so lassen sich Konsumverhalten und Bewusstsein langfristig verändern.

Bildquelle: Pixabay, 1212845, LubosHouska

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