Wolfsburger Glücksfall: Gomez trifft, wenn Jonker coacht

Leipzig – Das Erfolgsduo Andries Jonker/Mario Gomez entwickelt sich für den VfL Wolfsburg zum großen Glücksfall. Trainer Jonker stellt seine Mannschaft perfekt ein, Gomez tut das, was ihn zum Nationalstürmer machte: Er trifft.

Selbst nach dem überzeugenden 1:0 (1:0)-Überraschungssieg des abstiegsbedrohten ehemaligen deutschen Fußball-Meisters beim enttäuschenden Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig spielen sich beide die Bälle zu. «Ich glaube, eine ganze große Qualität unseres jetzigen Trainers ist die Penetranz», sagt Gomez. «Er geht nach vorne für die Mannschaft, aber das muss er auch machen. Wir brauchen einen sehr hart arbeitenden Stürmer», sagt Jonker.

Und Gomez macht es richtig Spaß. Wie schon nach seinem Tor zum 1:1 bei Jonkers VfL-Einstand eine Woche vorher gegen den FSV Mainz 05 gab er bereitwillig Interviews. Immer mit einem Lächeln und dem Ton der festen Überzeugung. «Das ist nicht Zufall», sagt er nach dem Sieg in Leipzig, wo bislang einzig der Hamburger SV einen Monat zuvor hatte gewinnen können. «Wir haben die ganze Woche trainiert, was wir heute gespielt haben. Deswegen freut es mich so ungemein, dass wir das hinbekommen haben.»

Wolfsburg liefert am 24. Spieltag das Rezept gegen die Stressmacher von RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. Nicht der Tabellenzweite stresst seinen Gegner wie vorgenommen, es kommt genau umgekehrt. Die Gäste neutralisieren die Leipziger Ideen-Zentrale mit Naby Keita und Emil Forsberg. Und dann trifft Gomez auch noch früh in der neunten Minute. «Wir haben uns gut auf Leipzig vorbereitet. Meine Jungs haben in der ersten Viertelstunde das, was wir uns vorgenommen hatten, sehr gut umgesetzt», lobt Jonker.

Der dritte Coach der Wolfsburger in dieser Spielzeit nach Dieter Hecking und Valérien Ismaël ist aber noch lange nicht zufrieden. «Das hat heute gereicht, wir müssen uns nun aber verbessern», fordert er unmittelbar nach der Partie.

Der 31 Jahre alte Gomez wird beim Kampf um den Liga-Verbleib unter Jonker erst recht eine tragende Rolle spielen. Auf nur sechs Tore kam er unter den beiden Jonker-Vorgängern nach 22 Spieltagen. Steht Jonker aber an der Seitenlinie, trifft Gomez immer auf dem Rasen.

Es war sein insgesamt elfter Treffer im siebten Spiel unter dem niederländischen Coach, neun Mal hatte er in den fünf Spielen bei Jonkers kurzem Trainer-Engagement 2011 beim FC Bayern getroffen. «Ich habe nur zu ihm gesagt, dass er um Gottes Willen im Strafraum bleiben soll», erklärt Jonker in Leipzig.

Es zahlt sich aus: In der Tabelle zog der VfL an den punktgleichen Bremern (26) vorbei auf den 14. Platz. Kein Wunder, dass sich der gebürtige Sachse Maximilian Arnold besonders auf die Rückreise nach Niedersachsen freute: «Das wird eine geile Busfahrt, das sind die schönsten Auswärtsfahrten.» Dem Glücksduo Jonker/Gomez sei Dank.

Fotocredits: Sebastian Willnow
(dpa)

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