2:0 im Derby gegen Leverkusen – Köln schöpft neue Hoffnung

Köln – Der 1. FC Köln hat mit dem 2:0 (1:0)-Sieg im rheinischen Nachbarschaftduell mit Bayer Leverkusen zum ersten Mal seit dem zweiten Spieltag den letzten Platz in der Fußball-Bundesliga verlassen.

Nach den Niederlagen der Konkurrenten VfL Wolfsburg, Mainz 05 und Hamburger SV dürfen sich Domstädter neue Hoffnungen im Kampf um den Klassenverbleib machen. Der Japaner Yuya Osako (9. Minute) und Simon Zoller (69.) trafen für den FC. Allerdings trennen die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck immer noch fünf Punkte von den Mainzern, die auf dem Relegationsrang 16 stehen und gegen die die Kölner am 7. April ihr nächstes Heimspiel bestreiten.

Bayer 04 verpasste dagegen die Chance, sich mit Blick auf die vier Champions-League-Ränge in eine bessere Position zu bringen. Das Team von Coach Heiko Herrlich bleibt auf dem fünften Rang. Bayer-Keeper Bernd Leno war restlos bedient. «Es ist unerklärlich, wie wir hier in einem so wichtigen Spiel so auftreten konnten. So richtig hat man nie gemerkt, dass heute etwas bei uns geht», beklagte der Leverkusener Kapitän. «Am Ende waren das nur noch Verzweiflungsversuche.»

Die Kölner gingen mit großem Selbstvertrauen in die prestigeträchtige Begegnung der rheinischen Teams. Der starke Leonardo Bittencourt bildete mit den Torschützen Osako und Zoller ein wendiges Offensivtrio, das die Leverkusener Hintermannschaft von Beginn an vor Probleme stellte. Eine Hereingabe von Bittencourt nutzte Osako zum frühen Fühngstreffer. Die Gastgeber zogen sich immer wieder bis dicht vor den eigenen Strafraum zurück und kamen nach Leverkusener Ballverlusten zu Kontermöglichkeiten – doch bei denen verhielten sich die Kölner aber nicht konsequent genug.

Bayer 04 verzichtete auf Kevin Volland. Der Angreifer war bei seiner hochschwangeren Frau im Krankenhaus. Der Argentinier Lucas Alario führte die Offensive an. Sein kläglicher Kopfball war die einzige Chancen für die Gäste in der ersten Halbzeit.

Für Alario war das Gastspiel in Müngersdorf nach 33 Minuten beendet. Der Video-Referee überführte ihn nach einem Ellbogenhieb an die Halsschlagader seines Gegenspielers Dominique Maroh. Schiedsrichter Harm Osmers zeigte Rot. Die Leverkusener ließen es bis zur Pause an Ideen vermissen. Und von Leidenschaft, wie sie zu einem Derby gehört, war bei den Gästen auch lange Zeit nichts zu sehen.

Mit dem eingewechselten Joel Pohjanpalo als neuem Mittelstürmer zeigte sich Bayer nach dem Seitenwechsel agiler. Gute Möglichkeiten für Julian Brandt und Sven Bender – viel mehr sprang aber nicht heraus. Für die Vorentscheidung sorgte Simon Zoller (69.), als er einen Fehler von Charles Aranguiz nutzte, der weit aufgerückten Bayer-Hintermannschaft entwischte und mühelos das 2:0 (69.) erzielte.

Am Abend vor der Begegnung war es zu Ausschreitungen gekommen. Mehrere Hundert Kölner und Leverkusener hatten sich in der Nähe der BayArena Schlägereien geliefert, wie die Polizei mitteilte. Im Stadion blieb es am Sonntag ruhig.

Fotocredits: Rolf Vennenbernd
(dpa)

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