Hertha beendet Sieglos-Serie – HSV-Krise spitzt sich zu

Berlin – Hertha BSC hat seine quälende Sieglos-Serie beendet und die Misere beim Hamburger SV verschärft. Im niveauarmen und kampfgeprägten Duell der beiden Krisen-Clubs setzten sich die Berliner dank ihrer Effizienz bei Standardsituationen mit 2:1 (1:0) durch.

Niklas Stark (12. Minute) und Karim Rekik (50.) sorgten mit Kopfbällen nach Ecken für den ersten Pflichtspielerfolg des Teams von Trainer Pal Dardai nach sieben Spielen ohne Sieg.

Trotz des Tordebüts von Sturmjuwel Jann-Fiete Arp (73.) vor 52 131 Zuschauern spitzt sich die Lage für den HSV hingegen weiter zu. Seit acht Partien warten die Hanseaten nun bereits auf einen Sieg, die Offensive blieb bis zum Anschlusstreffer erneut den Beweis der Bundesligatauglichkeit schuldig. Ganze drei Tore in den vergangenen acht Partien sind zu wenig, von Relegationsrang 16 droht am Sonntag der erstmalige Absturz dieser Saison auf einen Abstiegsplatz. Für den HSV war es die fünften Niederlage bei den Berlinern in Serie.

Beim ungeliebten Gastspiel im Olympiastadion bemühte sich die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol früh, die Angriffsflaute zu überwinden. Eine Flanke von Filip Kostic erwischte André Hahn jedoch nicht voll mit dem Kopf (11.). Immer wieder verloren die offensiv wenig kreativen Hamburger den Ball in der Vorwärtsbewegung, agierten in der Verteidigung wie beim mutmachenden 0:1 gegen den FC Bayern mit einer Fünferkette.

Und so nutzten die Berliner zwei Ecken, um ihr Stimmungstief nach dem bitteren Aus im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln vorerst zu überwinden. Nach der Hereingabe von Confed-Cup-Sieger Marvin Plattenhardt entwischte Stark seinem Gegenspieler Rick van Drongelen, der Kopfball des U21-Europameisters senkte sich über drei Abwehrspieler und Keeper Christian Mathenia hinweg ins lange Eck. Schon im Pokal gegen Köln hatte Stark getroffen, in der Liga hatte er mehr als ein Jahr auf ein eigenes Erfolgserlebnis warten müssen. Der zuvor wankelmütige Rekik erzielte kurz nach der Pause ebenfalls per Kopf seinen ersten Pflichtspieltreffer für die Hertha.

Hamburg fehlten lange Zeit die Mittel, um zurückzuschlagen. Die Dreier-Angriffskette Kostic, Bobby Wood und Hahn konnte selbst die keinesfalls immer sichere Hertha-Defensive um Rückkehrer Sebastian Langkamp vor schwerwiegende Probleme stellen. Bei der größten HSV-Chance der ersten Halbzeit reagierte Berlins Keeper Rune Jarstein stark und drehte den feinen Schlenzer aus 20 Metern von Douglas Santos um den Pfosten (29.).

Nach Kopfball-Ablage von Kyriakos Papadopoulos ließ der eingewechselte Arp den HSV in seinem zweiten Bundesliga-Einsatz noch einmal hoffen. Der 17-Jährige war erst vor knapp einer Woche mit der deutschen U17 bei der WM in Indien im Viertelfinale ausgeschieden. Arp ist nach Angaben des Datenanbieters Opta der jüngste Bundesliga-Torschütze in der Geschichte des HSV – doch auch dieser Rekord konnte die Stimmung der Hamburger nur bedingt aufhellen.

Fotocredits: Axel Heimken
(dpa)

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