Lauter Jäger und Gejagte: Endspurt in der Bundesliga

Berlin – Die Zeit läuft langsam ab: Sieben Spieltage vor Schluss hat sich die Lage im Kampf um den Klassenerhalt zugespitzt. Vor allem die Trainer der zuletzt heftig strauchelnden Teams aus Mainz und Augsburg stehen am Wochenende unter Druck.

Während sich Rekordmeister und Fast-schon-Titelverteidiger Bayern München und Borussia Dortmund im Topspiel gegenüberstehen und im Rheinland ein brisantes Derby ansteht, müssen die Krisenclubs unbedingt punkten. «Es ist klar, dass wir in Freiburg drei Punkte holen müssen», forderte der Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder. Eine Jobgarantie für Chefcoach Martin Schmidt klingt vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr) beim SC Freiburg anders. Mainz hat vier Spiele nacheinander verloren und ist bis auf Rang 15 abgerutscht.

Dahinter auf dem Relegationsrang 16 steht der FC Augsburg, der ebenfalls 29 Punkte hat. Auch die bayerischen Schwaben erwartet am Sonntag eine unangenehme Auswärtsaufgabe: Gegner Hertha BSC gewann daheim im Olympiastadion bislang 10 von 13 Begegnungen. Auch wenn nach dem 2:3 unter der Woche gegen den Tabellen-17. FC Ingolstadt absoluter Abstiegsalarm in Augsburg herrscht, formulierte Trainer Manuel Baum am Freitag kämpferisch: «Ich brenne richtig.»

Der 37 Jahre alte Bundesliga-Neuling steht wie Schmidt zur Diskussion, anders als in Mainz aber noch mit klarer Rückendeckung aus der Chefetage: «Dafür stehen wir, dass wir geschlossen an der Sache arbeiten», versichert FCA-Manager Stefan Reuter.

Besser in Form, aber nicht minder dicht am Abgrund befinden sich mit je 30 Punkten die Teams vom VfL Wolfsburg und Hamburger SV. Die schwierigere Aufgabe erwartet dabei den HSV: Die Elf von Trainer Markus Gisdol empfängt dessen Ex-Club 1899 Hoffenheim, der am Dienstag Bayern München besiegte. Wolfsburg muss hingegen beim oft schwachen FC Schalke 04 antreten. Sollten die Niedersachsen im Ruhrpott gewinnen, würden die Gastgeber mit ihrem Trainer Markus Weinzierl endgültig in den Kampf um den Klassenverbleib verwickelt.

Ingolstadt versucht indes weiter, sich noch irgendwie auf den Relegationsrang zu hieven. Eine notwendige Bedingung für den Erfolg dieser Mission ist am Sonntag ein Heimsieg gegen Schlusslicht SV Darmstadt 98, das bereits so gut wie abgestiegen ist.

Andere Sorgen hat der Tabellenvierte BVB. Die angestrebte direkte Champions-League-Qualifikation ist in akuter Gefahr. Das Team von Trainer Thomas Tuchel braucht deshalb gegen die Bayern Punkte, um am Zweiten RB Leipzig und Dritten Hoffenheim dranzubleiben.

Aufsteiger Leipzig übt sich vor seinem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen derweil nicht im Understatement: «Wir haben die Möglichkeit, am Ende der Saison Geschichte zu schreiben und wollen natürlich den Tabellenplatz halten», sagt Trainer Ralph Hasenhüttl.

Leverkusen hält sich allerdings für ein Team, welches an der Europa League teilnehmen sollte. Nach dem ersten Erfolg mit dem neuen Coach Tayfun Korkut – unter der Woche bei Darmstadt – würde da ein weiterer Erfolg helfen. Bayer ist nur fünf Punkte hinter Berlin und dem 1. FC Köln, die mit jeweils 40 Zählern vor dem Spieltag die Europa-League-Ränge besetzten. Ähnliche Hoffnungen wie Bayer hat Rheinland-Rivale Borussia Mönchengladbach.

Das Team von Trainer Dieter Hecking kann am Samstag nicht nur viel für sein Ansehen bei den Fans tun. Denn mit einem Sieg im rheinischen Derby in Köln würde die Borussia den Abstand zu diesem Konkurrenten um die Europaränge auf einen Punkt reduzieren. FC-Coach Peter Stöger sagt: «Es ist alles angerichtet für ein hoch emotionales und interessantes Spiel, weil die Ausgangsposition spannend ist.»

Fotocredits: Thomas Frey
(dpa)

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