Phelps tritt standesgemäß ab: Gold mit der Staffel

Rio de Janeiro – Zum allerletzten Mal genoss Rekordolympiasieger Michael Phelps eine Medaillenzeremonie als Hauptdarsteller. Standesgemäß beendete der bewegte US-Megastar die größte Karriere der Olympia-Historie mit der 23. Goldmedaille bei Sommerspielen.

Phelps war mit der amerikanischen Lagen-Staffel über 4 x 100 Meter Lagen nicht zu schlagen. Auf der Tribüne vergossen seine Verlobte Nicole Johnson und Mama Debbie einmal mehr Freudentränen. Der Dauergewinner selbst stützte sich gleich nach dem Rennen ausgepumpt auf seinen Knien ab. Dieser Abschied ging ihm nahe.

Phelps, der sein Team auf der Schmetterling-Lage von Platz zwei auf eins führte, holte sich seinen letzten Olympiasieg mit Ryan Murphy, Cody Miller und Nathan Adrian. Das Quartett lag in 3:27,95 Minuten vor Großbritannien. Rang drei ging an Japan. Deutschland kam mit Jan-Philip Glania, Marco Koch, Steffen Deibler und Damian Wierling in 3:33,50 auf Platz sieben. «Ich werde jetzt erstmal Urlaub machen und mir das überlegen», sagte Deibler, Olympia-Vierter von London, mit Blick auf ein mögliches Karriereende.

Die USA waren die erfolgreichste Schwimm-Nation in Rio. Die US-Stars holten 16-mal Gold, achtmal Silber und neunmal Bronze. Mit fünf Olympiasiegen und einmal Silber war Phelps der erfolgreichste Mann. Teamkollegin Katie Ledecky war bei den Frauen mit viermal Gold und einmal Silber die Nummer 1. Die erneut medaillenlosen deutschen Beckenschwimmer waren bei sieben olympischen Endlaufteilnahmen sogar noch schlechter als in London 2012.

Bei den Damen gewann ebenfalls das US-Quartett über 4 x 100 Meter Lagen. In 3:53,13 Minuten siegten Kathleen Baker, Lilly King, Dana Vollmer und Simone Manuel klar vor Australien und Dänemark. Es war das 1000. Gold für die USA bei Sommerspielen. Die Däninnen stellten in 3:55,01 einen Europarekord auf. Das deutsche Team hatte den Endlauf klar verpasst.

Freudentränchen vergoss die 22-jährige Dänin Pernille Blume. Sie ist die schnellste Freistilsprinterin der Spiele. Blume schwamm am Samstagabend (Ortszeit) in 24,07 Sekunden zu ihrem größten Erfolg. Britta Steffen behielt ihren Weltrekord von 23,73 aus dem Jahr 2009. Sie hatte einen Verlust der letzten Bestmarke einer deutschen Schwimmerin für möglich gehalten. Die deutsche Starterin Dorothea Brandt war im Halbfinale ausgeschieden.

Ohne den im Vorlauf krank und geschwächt ausgeschiedenen Olympiasieger Sun Yang (China) wurde das Finale über 1500 Meter Freistil eine klare Sache für Weltmeister Gregorio Paltrinieri. Der Italiener lag lange auf Weltrekordkurs, verpasste in 14:34,57 Minuten aber die Bestmarke von Sun Yang von den Spielen in London (14:31,02). Für den Europarekord reichte es aber. Der Magdeburger Florian Wellbrock war nicht über den Vorlauf hinaus gekommen.

Fotocredits: Lukas Schulze,Esteban Biba,Lukas Schulze
(dpa)

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