Sieg über Nürnberg: HSV stürmt ins Pokal-Viertelfinale

Hamburg – HSV-Trainer Hannes Wolf klatschte jeden Spieler begeistert ab, sein Nürnberger Kollege Michael Köllner stimmte noch auf dem Spielfeld sein Team auf dem Bundesliga-Abstiegskampf ein.

Dank des Siegtreffers von Winter-Zugang Berkay Özcan (54. Minute) gleich bei dessen Startelf-Debüt zum 1:0 (0:0) gegen einen enttäuschenden 1. FC Nürnberg steht der Hamburger SV im Viertelfinale des lukrativen DFB-Pokals.

Das dürfte dem Zweitliga-Spitzenreiter weiteren Auftrieb für das Unternehmen Wiederaufstieg geben. Dem «Club» hingegen steht eine Fußball-Klasse höher das richtungsweisende Keller-Duell bei Hannover 96 bevor. Angesichts der bedenklichen Leistung in Hamburg müssen die Franken selbst den Tabellenletzten fürchten.

«Wir haben heute alles richtig gemacht. Das Ziel ist es, nach Berlin zu kommen. Das war heute der erste Schritt», sagte der ehemalige HSV-Kapitän Gotoku Sakai nach dem hoch verdienten Sieg. «Wir schauen mal, was das Los hergibt und gehen dann voller Zuversicht in die nächste Runde», meinte der entkräftete, aber glückliche HSV-Stürmer Fiete Arp, der sich jubelnd auf den Rasen fallen ließ.

Vor 47.628 Zuschauern im Volksparkstadion waren die Hanseaten dem Erstligisten klar überlegen. Der HSV, dessen letzter DFB-Pokal-Gewinn 32 Jahre zurückliegt, kann damit weitere mindestens 2 Millionen Euro für seine leeren Kassen einplanen. Die Gäste aus Franken sorgten nur in den letzten 20 Minuten für etwas Gefahr, blieben aber im ganzen Spiel ohne Torabschluss. Insgesamt wurde deutlich, warum sie seit 14 Spielen in Liga 1 sieglos sind und mitten im Abstiegskampf stecken.

Wolf nahm nach der 0:2-Pleite in Bielefeld drei Änderungen vor: David Bates, Özcan und Arp, der den wegen einer Wadenblessur erneut geschonten Torjäger Pierre-Michel Lasogga vertrat, kamen neu nins Team. Die Gastgeber bestimmten von Beginn an die Partie gegen den von 3500 Anhängern begleiteten FCN, bei dem Köllner vier Umstellungen vornahm. Unter anderem fehlten die verletzten Verteidiger Georg Margreitter und Tim Leibold.

Chancen erarbeiteten sich allein die Gastgeber, die im Aufbauspiel bei 65:35 Prozent Ballbesitz ansehnlich zu Werke gingen, aber die letzte Entschlossenheit vor dem Tor vermissen ließen. Vor allem Arp bekam gegen den guten Ewerton kaum einen Stich. Ein Freistoß des starken Douglas Santos ging vorbei (16.), Lewis Holtby fand bei seinem Schuss im Ex-Teamkollegen Christian Mathenia seinen Meister (19.). Auch bei Özcans Freistoß (28.) war der FCN-Keeper zur Stelle.

Nach dem Wechsel kam der HSV ohne den angeschlagenen und zudem mit einer Gelben Karten vorbelasteten Sechser Orel Mangala aus der Kabine. Bei den Nürnbergern war in Enrico Valentini schon kurz vor der Pause (43.) ein ebenfalls verwarnter Akteur vorsichtshalber gegen Eduard Löwen ausgetauscht worden. Es dauerte neun Minuten, bis der HSV für seine stärkeren Bemühungen belohnt wurde. Als auf einen klugen Santos-Pass Arps Schuss geblockt wurde, war der türkische Nationalspieler Özcan zur Stelle und vollendete verdientermaßen.

Auch in der Folgezeit kam von den Nürnbergern nicht viel. Zwar bemühten sie sich etwas mehr in der Offensive, doch ein Schuss auf das Tor gelang ihnen nicht mehr. So konnten die Hamburger das Ergebnis sicher verteidigen und durften am Ende jubeln.

Fotocredits: Christian Charisius
(dpa)

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