Wagner: Causa Tönnies «relativ kurz» im Team diskutiert

Drochtersen (dpa) – Für die Spieler des FC Schalke 04 war die Aufregung um Aufsichtsratschef Clemens Tönnies laut Trainer David Wagner nur Nebensache.

«Wir hatten das Anfang der Woche relativ kurz thematisiert und uns dann auf das Wesentliche konzentriert – und das ist das Sportliche», sagte der neue Schalke-Coach kurz vor dem Anpfiff der Erstrunden-Partie im DFB-Pokal beim Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel bei Sky. «Da ging der Fokus ganz schnell auf dieses Spiel. Am Ende, um 15.30 Uhr, muss alle Energie und Konzentration in dieses Spiel rein.»

Ein Teil der Schalker Fans nutzte die Pokal-Partie zum Protest gegen Tönnies. Die Anhänger hielten vor dem Anpfiff im Kehdinger Stadion Banner mit der Aufschrift «Wir zeigen Tönnies die Rote Karte» hoch. Nach dem Anpfiff konzentrierten sich die Anhänger allerdings mehr auf das Anfeuern ihres Bundesliga-Teams.

Tönnies hatte mit seinen als rassistisch kritisierten Aussagen über Afrikaner für Unruhe im Verein gesorgt. Der Unternehmer hatte sich vor dem Ehrenrat des Clubs erklären müssen und lässt sein Amt nun für drei Monate ruhen. Auch diese Entscheidung war im Anschluss heftig kritisiert worden. Am Sonntag lädt der Bundesligist in und vor der heimischen Arena in Gelsenkirchen zum großen «Schalke-Tag».

Tönnies hatte in der Vorwoche gesagt, statt im Kampf gegen den Klimawandel die Steuern zu erhöhen, solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. «Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren». Für diese Worte hatte sich der 63-Jährige später entschuldigt.

Fotocredits: Guido Kirchner

(dpa)
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