Werder nach Unentschieden weiter im Tabellenkeller

Darmstadt – Werder Bremen hat den zweiten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga unter Alexander Nouri verpasst und kaum neue Argumente für einen dauerhaften Verbleib des Interimstrainers gesammelt.

Das Team von der Weser kam nach einer schwachen ersten Halbzeit nicht über ein 2:2 (0:1) beim SV Darmstadt hinaus und steckt mit vier Punkten hinter den Hessen (5) weiter im Tabellenkeller fest.

Vor 17 000 Zuschauern brachte Antonio Colak die Gastgeber in der 19. Minute per Foulelfmeter in Führung und besorgte 17 Minuten vor Schluss auch den Endstand, nachdem Ludovic Lamine Sané (51.) und Serge Gnabry (67.) die Partie zwischenzeitlich gedreht hatten.

Die Darmstädter, bei denen Kapitän und Abwehrchef Aytac Sulu nach Verletzung sein Saisondebüt feierte, waren von Beginn an hellwach und ließen Werder mit einer aggressiven Zweikampfführung kaum zur Entfaltung kommen. Die Bremer Offensive mit Ousman Manneh als einziger Sturmspitze fand in der ersten Halbzeit nicht statt.

Dafür machten die Hausherren ordentlich Betrieb. Schon nach sechs Minuten sorgte Jérôme Gondorf für den ersten Aufreger der Partie: Sein Freistoß klatschte an den Pfosten. Die wegen ihrer Mängel im Spiel nach vorn oft gescholtenen «Lilien» zeigten teilweise gute spielerische Ansätze und gingen verdient in Führung. Allerdings unter Mithilfe der Gäste, denn nach einem langen Pass in den Strafraum wurde Gondorf von Theodor Gebre Selassie unglücklich über den Haufen gerannt. Colak verwandelte den Strafstoß sicher.

Das spielte den Hessen in die Karten, die weiter das aktivere Team waren. Werder-Leihgabe László Kleinheisler (25.), der von Ungarns Co-Trainer Andreas Möller vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz beobachtet wurde, knallte das Leder aus rund 20 Metern knapp am Pfosten vorbei. Auch in den Zweikämpfen, die etwas ruppiger wurden, behielten die Darmstädter oft die Oberhand.

Bremens Interimstrainer Nouri verfolgte den schwachen Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit an der Seitenlinie stehend mit verschränkten Armen. Das einzig Positive war der knappe Pausen-Rückstand, nachdem Gondorf (45.) erneut mit einem Freistoß knapp das 2:0 verpasste.

Das sollte sich nur sechs Minuten nach dem Wechsel rächen. Nach einer Flanke in den Strafraum bekamen die Gastgeber den Ball nicht aus der Gefahrenzone, so dass Sané aus kurzer Distanz den Ausgleich erzielen konnte. «Lilien»-Torwart Michael Esser verletzte sich bei der Aktion an der Schulter und musste kurz darauf, nachdem er einen fulminanten Distanzschuss von Florian Grillitsch über die Latte gelenkt hatte, vom Feld. Für ihn rückte Daniel Heuer Fernandes zwischen die Pfosten.

Jetzt war Werder am Drücker, die nächste Chance bot sich aber Darmstadt. Der auffällig agierende Gondorf tauchte erneut gefährlich vor dem Tor auf, seine Direktabnahme wurde aber im letzten Moment von Fin Bartels geblockt. Doch mehr und mehr rückte Heuer Fernandes in den Blickpunkt. Und tatsächlich durfte Werder zum zweiten Mal jubeln, als Gnabry einen Konter überlegt abschloss. Die Freude darüber währte jedoch nicht lange. Eine weite Flanke von Gondorf drosch Colak volley ins lange Eck.

Fotocredits: Boris Roessler
(dpa)

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