„Containern“ und Fahrradfahren: konsequent Leben – ohne Konsum

containertes Gemüse

Etwa die Hälfte der Lebensmittel landen im Müll – oft noch unversehrt

Heutzutage scheint Geld die ultimative Eintrittskarte für das moderne, öffentliche Leben zu sein. Doch junge Menschen statuieren oft ein Exempel, denn sie verzichten so weit wie möglich auf Konsum und das Handeln mit Geld. Ihr tägliches Essen bekommen sie aus den Mülltonnen anderer, eine kostenlose Wohnung beziehen sie, weil sie beispielsweise dort diverse Hausmeisterarbeiten verrichten. Sie kommen nicht nur gut über die Runden; den Selbstversorgern geht es sogar mehr als gut.

„Containern“: haltbare Lebensmittel vor dem Entsorgen retten

Schon seit einigen Jahren ist „Containern“ bei alternativen Selbstversorgern im Trend: Sie fischen frische Lebensmittel aus den Abfällen von Biosupermärkten und anderen Mülltonnen. Häufig wird das Containern als „Rettung für Lebensmittel“ bezeichnet – und das mit Recht, denn anderenfalls würden die noch essbaren Güter einfach entsorgt.

Angefangen hat alles mit der alternativen Idee, das Leben und  Überleben kein Geld braucht. Das wichtigste Gut im Leben ist demnach Zeit. Das Gefühl auf sich selbst angewiesen zu sein, Gutes für die Natur zu tun und aus eigener Energie ein schönes Leben führen zu können ist für Anhänger dieses Lebensstils „Profit“. Viele von ihnen haben immer mehr zu essen, als sie eigentlich bräuchten, daher teilen sie ihre „Beute“ immer gerne mit Besuchern, Freunden und Nachbarn. Ihre Vorratskammern scheinen nie leer zu sein.

Ein alternativer Lebensstil – konsequent und inspirierend

Einer der prominenteren Botschafter dieses nachhaltigen Lebensstils ist der 28-jährige Raphael Fellmer. Er stand schon diverse Male für namhafte Polittalkshows und Dokumentationen vor der Kamera, und auch in großen Illustrierten wurde bereits über ihn berichtet. Ihm geht es darum, ein Bewusstsein für Verschwendung und nachhaltige Lebenskonzepte zu schaffen und ein positives Beispiel zu geben. Die Frage, was passieren würde, wenn er mal kein Essen mehr in Mülltonnen finden würde, beantwortet er keck: „Na dann wäre ja genau mein Ziel erreicht! Die Menschen schmeißen keine noch haltbaren Lebensmittel mehr fort!“

Raphael Fellmer ist ein Mensch voller Ideale und Inspirationsgeber. Mehr über seine Vision und Lebensrichtlinien für ein Leben ohne Konsum gibt es auf der Website „Forward the Revolution“ zu lesen. Und eines steht fest: Auch ohne Konsum fühlen sich Fellmer und seine kleine Familie (eine Tochter) sehr wohl.

Bild von Marek Brandt – Fotolia

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