Dortmund will vierten Pokal-Finaleinzug in Serie

Osnabrück – Berauschend war es nicht, doch am Ende standesgemäß. Die Erleichterung der Dortmunder über den Einzug in das Halbfinale des DFB-Pokals war groß.

«Es war ein schwieriges Match, auch von der Vorgeschichte her, mit der Absage vor zwei Wochen. Wir konnten eigentlich nur verlieren» kommentierte BVB-Sportdirektor Michael Zorc das 3:0 (0:0) gegen den Drittligisten SF Lotte in Osnabrück.

Die Neuauflage des Viertelfinales verlief zumindest in der 2. Halbzeit ganz im Sinne des Favoriten. Nach wackeligem Beginn sorgten die Torschützen Christian Pulisic (57. Minute), André Schürrle (66.) und Marcel Schmelzer (83.) für den verdienten Erfolg. Trainer Thomas Tuchel war vor allem von der Einstellung seiner Profis angetan: «Das war kein Matchplan-Spiel, sondern ging über die Einstellung und die Aufmerksamkeit. Wir waren uns heute für nichts zu schade.»

Kaum war der Pflichtsieg perfekt, ging der Blick nach vorn. Mit dem Spiel gegen Lotte wollte sich Hans-Joachim Watzke deshalb erst gar nicht lange aufhalten. Der BVB-Geschäftsführer machte deutlich, dass die erneute Qualifikation für die Champions League von nun an höchste Priorität genießt: «Es ist wichtig, dass wir unseren Fokus sofort auf die nächsten Bundesliga-Partien gegen Ingolstadt, Schalke und Frankfurt richten. Wir wollen Platz drei absichern und idealerweise den Zweiten RB Leipzig angreifen.»

Gleichwohl bietet sich dem BVB die Chance, als erste Mannschaft zum vierten Mal in Serie in das Pokal-Endspiel einzuziehen. Dazu ist allerdings ein Sieg Ende April beim derzeit dominanten Branchenprimus aus München nötig. «Wenn wir den Pokal gewinnen wollen, müssen wir eh irgendwann gegen München gewinnen», sagte Kapitän Marcel Schmelzer. Abwegig scheint dieser Wunsch nicht. Schließlich war der Borussia ein ähnlicher Coup bereits vor zwei Jahren im Halbfinale beim FC Bayern gelungen.

Dagegen ging der Traum des tapferen Underdogs aus Lotte von einer Fortsetzung des Fußball-Märchens zu Ende. Nach vielbeachteten Erfolgen über die klassenhöheren Kontrahenten Werder Bremen, Bayer Leverkusen und 1860 München erwies sich der BVB als eine Nummer zu groß. «Natürlich bin ich enttäuscht», gestand Trainer Ismail Atalan, «wir hatten geplant zu gewinnen.» Doch eigentlich war sein Stolz über die zurückliegende Erfolgsstory größer als der Frust. Den Hauptgrund für die Niederlage hatte Atalan schnell gefunden: «Die spielen Champions League, wir spielen 3. Liga.»

Fotocredits: Guido Kirchner
(dpa)

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