Ein Speicher für grünen Strom: Großbatterie-Projekt startet in Aachen

Zwei grüne BatterienDas Umweltbewusstsein in der Gesamtbevölkerung ist schon aufgrund der anhaltenden Berichte über den Klimawandel sowie die jüngste Atomkatastrophe in Japan so sensibilisiert, dass mittlerweile wohl die klare Mehrheit für die zumindest anfänglich hitzig diskutierte Energiewende ist.

Dass die Wende aber noch nicht vollzogen ist, liegt weniger daran, dass die Energieausbeute mittels umweltfreundlicher Cleantech unzureichend wäre. Grund ist eher, dass das Stromnetz nicht ausreichend ausgebaut ist, um die Energie, die in Windparks und großen Solarparks erzeugt wird, zum Verbraucher gelangen zu lassen. Außerdem fehlen Möglichkeiten, den produzierten Strom zu speichern und so potenzielle Ausfälle auszugleichen. Das letztgenannte Problem könnte aber dank des diesbezüglichen Großbatterie-Projekts, das unlängst in Aachen angelaufen ist, alsbald der Vergangenheit angehören.

Grundlegendes zu Aachens neuer „Grünstrom-Batterie“

In Aachen entsteht derzeit einer der größten und vor allem auch leistungsfähigsten Energiespeicher Europas. Für den Bau verantwortlich zeigen sich das E.ON Energy Research Center von Kaiserstadt und die Technische Hochschule von Aachen. Die Leistung der neuartigen Cleantech-Batterie-Anlage wird voraussichtlich bei fünf Megawatt liegen. Eine vergleichbare Leistung erhoffen sich auch das Berliner Cleantech-Unternehmen Younicos und der Stromversorger Wemag, die zeitgleich zu dem Großprojekt in Aachen eine eigene Anlage in Schwerin errichten. Das Besondere an Aachens Anlage ist jedoch nicht ihr imposantes Leistungsvermögen, sondern die technische Innovation, die sich dahinter verbirgt.

Was macht Aachens Großbatterie zur Innovation?

Im Gegensatz zu anderen Batterieanlagen wird die Anlage in Aachen nicht nur aus einem einzigen Akkutyp, sondern aus gleich drei verschiedenen Akkuarten bestehen. Dank ihres „Akku-Mix“ verspricht Aachens Anlage neben einer höchstmöglichen Speicherkapazität, einer bestmöglichen Zuverlässigkeit, einer hervorragenden Stabilität sowie einem Höchstmaß an Sicherheit und Flexibilität zudem noch denkbar geringe Bau- und Betriebskosten. Tatsächlich sollen die Kosten so gering ausfallen, dass sich die Anlage in Aachen, die übrigens vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 6,5 Millionen Euro gefördert wird und schon nächstes Jahr in Betrieb genommen werden soll, nach nur 10 Jahren komplett refinanziert haben könnte. Wie es auf diesem Gebiet weiter geht, erfahren Sie auch auf dem ThomasLloyd Cleantech Kongress.

Bringt Aachens „Grünstrom-Batterie“ die Energiewende?

Die neuartige Batterieanlage in Aachen alleine wird wohl kaum die Energiewende herbeiführen. Allerdings ist sie ein ebenso wichtiger wie richtiger Schritt in die Zukunft, zumal sie der Forschung zu neuen Erkenntnissen verhelfen wird. Außerdem darf angenommen werden, dass weitere Anlagen folgen werden, sobald die Aachener Anlage ihre Funktionalität und vor allem ihre Wirtschaftlichkeit bewiesen hat.

Bild: zentilia – Fotolia

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