Franken-Derby: Nürnberg «brutal stark» – Fürth «noch geiler»

Nürnberg – Auf dem Weg zurück in die Fußball-Bundesliga soll für den 1. FC Nürnberg der fränkische Rivale SpVgg Greuther Fürth auf gar keinen Fall zur Stolperfalle werden.

Vor der 264. Auflage von Deutschlands Rekordderby trennen die beiden Dauerkontrahenten in der Tabelle Fußball-Welten. Der «Club» ist als Spitzenreiter mit 45 Punkten auf dem besten Weg zurück in die Bundesliga, den Fürthern droht auf dem drittletzten Rang der Zweitliga-Abstieg.

«Wir sind seit Wochen und Monaten in einer starken Verfassung. Ich bin optimistisch, dass wir daran anknüpfen können», sagte FCN-Trainer Michael Köllner am Freitag. Der Rückhalt durch die Fans soll zusätzlicher Ansporn sein. «Ausverkaufte Bude: Da sind wir brutal stark», meinte Köllner weiter. Das werde man am Samstag (13.00 Uhr) auch sehen. 48 500 Karten waren bereits verkauft.

Schon das Hinspiel hatten die Nürnberger mit 3:1 für sich entscheiden können. Gewinnt der «Club» auch das Nachbarschaftsduell, hätte der Traditionsverein erstmals seit der Saison 1977/78 wieder beide Kräftemessen in einer Zweitliga-Saison gewonnen.

Mitentscheidend für den Dreier in Fürth war Kapitän Hanno Behrens. Im Gegensatz zu den anderen beiden Nürnberger Torschützen Mikael Ishak (verletzt nach Innenbandriss im Knie) und Cedric Teuchert (Wechsel zu Schalke 04) wird der Mittelfeldspieler nun auch wieder dabei sein. «In diesem Spiel geht es immer etwas heißer zu», sagte Behrens. Mit dem Erwartungsdruck kann der 27-Jährige außerdem umgehen. «Wir kommen damit klar, dass wir als Favorit gesehen werden.»

Die Nürnberger dürfte die Erinnerung an die vergangene Saison noch schmerzen. Erstmals gewannen die Fürther damals in einer Zweitliga-Spielzeit beide Derbys gegen den FCN – und erstmals seit 64 Jahren stand Fürth am Ende einer Saison sportlich besser da als der «Club».

Derzeit trennen beide Teams satte 15 Tabellenränge. Und für die Fürther Fans wäre ein Auswärtserfolg eine riesige Sache. Schließlich gelang der letzte Dreier in der Fremde am 2. April 2017 in Heidenheim (2:0). In dieser Saison holte die Mannschaft von Trainer Damir Buric in zwölf Gastspielen gerade einmal vier Punkte.

«Ich sehe, dass die Mannschaft unglaublich gut arbeitet», versicherte der 53-Jährige, dessen Team zuletzt dreimal nacheinander ungeschlagen blieb. «Es wird ein sehr interessantes Kräftemessen, weil wir schon mal gegen einen Tabellenführer gezeigt haben, wie wir spielen können. Deswegen wollen wir uns nicht verstecken», erinnerte Buric an das überraschende Remis bei Fortuna Düsseldorf.

Gegen so eine Truppe wie den «Club» sei seine Mannschaft «noch heißer, noch geiler», betonte Buric. «Wir können kaum erwarten, dass das Spiel anfängt.» Richard Magyar litt zuletzt unter einer Grippe, konnte aber jüngst zumindest wieder Laufversuche unternehmen. Adam Pinter, Uffe Bech und Kaylen Hinds sind angeschlagen. «Wir werden auch im Spiel gegen Nürnberg genug Spieler haben, um eine gute Mannschaft aufzustellen», betonte Buric.

Fotocredits: Nicolas Armer
(dpa)

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